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Ich bin Inga Marie Ramcke und mag das Meer. Das liegt vielleicht daran, dass man in meiner Heimatstadt Hamburg manchmal den Geruch der Nordsee erhaschen kann. Diesen Duft haben schon sechs Generationen vor mir geschnüffelt, ich bin also eine waschechte Hamburgerin. Und in meiner Familie der erste Mensch, der Abitur gemacht hat und an einer echten Universität studieren durfte. Vor der Uni gab es allerdings eine Pflichtübung, denn in meiner Familie finden sich viele Kaufleute, also habe ich die Berufsschule von innen kennenlernen dürfen und eine Ausbildung zur Verlagskauffrau gemacht. Den Beruf gibt es mittlerweile gar nicht mehr unter dem Titel, was es aber immer noch gibt, sind die heiligen Hallen der patriotischen Gesellschaft in der ich die Abschlussprüfung abgelegt habe.

Die Ausbildung führte zum Wunsch die Freiheit eines Studiums zu genießen und so bin ich in ein volkswirtschaftliches Studium gestolpert, um größere Zusammenhänge erfassen zu können. Mein Interesse an der Welt war gleich so groß, dass ich die Hochschule für Wirtschaft und Politik, die heute in den Fachbereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften übergegangen ist, in Richtung Auslandssemester an der Université Laval in Québec, Kanada, verlassen habe. Eine echte Chance, denn seitdem verwirre ich europäische Franzosen mit kanadischem Akzent!

Mit Hummeln im Hintern ging es kurz vor dem Diplom noch mal nach Singapur auf ein Praktikum im Marketing bei tesa und ich konnte in die asiatische Arbeitswelt mit tollen Kollegen hineinschnuppern und MP3 Player auseinander bauen. Zurück in Deutschland habe ich beim SPIEGEL angeheuert, aber schnell festgestellt, dass ich doch wieder mehr internationale Inhalte brauchte. Kurzerhand ging es zum Studium der Wirtschaftsphilosophie nach Rotterdam. Hafenstadt, Ausland, fremde Menschen, neue Sprache, super! Aber nicht ganz das richtige für mich, wie ich schnell feststellte.Zeichnung Inga Marie Ramcke

Ganz praktisch war hingegen das Angebot für die Europa Universität Flensburg Umweltbildungsprogramme für Kindergärten, Grund- und weiterführende Schulen im Rahmen der Landesgartenschau Norderstedt 2011 durchzuführen. Mit Kindern zu Naturthemen zu arbeiten war total neu für mich und eine großartige Erfahrung. Als ich 2012 gefragt wurde, ob ich mir vorstellen könnte eigene Programme anzubieten, habe ich sofort zugesagt. Allerdings mit großen Selbstzweifeln, denn ich hatte ja gar keine Ausbildung in dem Bereich. Und wenn man in Deutschland etwas braucht, dann ja wohl eine Ausbildung! 😉 Meine Lösung, die Unsicherheit zu bekämpfen, war ganz einfach. Das erste Programm sollte von Kröten und Fröschen handeln. Und ich wollte es anschaulich machen. Meine große Liebe zu Plüschtieren ließ mich direkt zu Handpuppen assoziieren und tatsächlich habe ich eine Kaulquappen- und eine Kröten-Handpuppe (namens Fritz und Kurt…) gefunden und mir so zwei Kollegen angelacht, mit denen ich mehrere Jahre die Norderstedter Kinder beehrte.

Parallel dazu versuchte ich mich an einer Promotion in Wirtschaftspsychologie an der Universität in Winchester, England (meine Abenteuerlust und Liebe zu internationalen Tätigkeiten sowie zu anderen Kulturen (und deren Essen!!!) ist einfach nicht kleinzukriegen) und  als Dozentin im Bereich Tourismus und Medien an einer Privathochschule. Letzteres brachte mir den Job als  Studiengangsleitung in Elternzeitvertretung ein und ersteres die Erkenntnis, dass ich andere Inhalte für eine Promotion brauchte. Es spitze sich alles immer mehr auf das Thema Nachhaltigkeit, das ich schon in meinen Kinder-Umweltprogrammen allgegenwärtig eingebracht hatte, zu und wurde auch in der Neu-Akkreditierung eines Studienganges gebraucht, den ich leitete.

Gleichzeitig habe ich meine Arbeit mit den Handpuppen auf eine wissenschaftlichere Ebene gehoben, und zwei tolle Professoren in Flensburg gefunden, bei denen ich zu “Vermittlung von Bildungsinhalten für nachhaltige Entwicklung bei Kindern im Grundschulalter durch wirksamen Einsatz von Handpuppen”, also einem didaktischen Thema, promovieren darf. Das mache ich als externe Doktorandin und bin auf der Suche nach einer stabilen Finanzierung. Wer was weiß oder jemanden kennt: immer her damit! Das Thema ist etwas ungewöhnlich, aber meine Dugong-Handpuppe hat es schon bis zu “Plötzlich Wissen!” geschafft. Mehr über Dugongs gibt es hier. Den Dugong gibt es, seitdem ich ein Kinderbuch über Tiermigration geschrieben habe und auch auf den entsprechenden Lesungen nicht allein herumstehen und lesen wollte. Ich durfte ihn in den heiligen Hallen der Filmpuppenwerkstatt Röders bauen. Dort gibt es viele ganz besondere Tiere und Figuren aus Film und Fernsehen.

Ich schreibe gerade an meinem zweiten Kinderbuch, bei dem es statt um die Tiermigration nun um tierisches Bauen geht. Heimwerken für Tiere sozusagen. Und auch diesmal wird alles penibel recherchiert, so dass endlich die Allgemeinheit weiß, dass z.B. Biber nicht nur eine Art von Damm bauen können. Ein paar witzige Dinge dazu findet ihr in meinem Interview mit dem DIW.

Wenn ich nicht mit den großartigsten Kollegen der Welt, meinen werten “Mit-Science-SlammerJulia und André, mit “Plötzlich Wissen!” unterwegs bin, arbeite ich also in der Wissenschaftskommunikation mit dem Fokus auf Kinder. Ich bin gespannt, wo mich das nun wieder hinführt.

Mehr zu mir findet ihr auf meiner Website. Ich hoffe, wir sehen uns mit “Plötzlich Wissen!” in der Kneipe. Da könnt ihr dann den Dugong knutschen und euch als Teil des weltweiten “Meere und Ozeane”-Teams fühlen.

Ach so, ich trinke gern Whisky (gern Islays) und Wein (aus Portugal). Und Mittwochs findet ihr mich in der Bar namens Mandalay in Hamburg zum Swing Tanzen (Happy Hour bis 22h!!!).

Text: CC-BY-SA 4.0, Inga Marie Ramcke für Plötzlich Wissen!

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