Das Plankton-Spiel für Luchs-Augen

Phaeodarea von Ernst Haeckel, Zooplankton

Phaeodarea von Ernst Haeckel

In unserem Artikel über das Citizen Science Projekt „Beachexplorer“ ging es um große Dinge. Aber wie ihr spätestens seit den Artikeln über Bakterienpupse und Sauerstoff wisst, gibt es im Meer vor allem kleine Dinge. Und auch für die kleinen Dinge gibt es Citizen Science Projekte. Wer den Ocean Sampling Day, ein Citizen Science Projekt des letzten Jahres verpasst hat, kann trotzdem immer noch mitforschen. Nämlich beim Citizen Science Projekt PlanktonID.

Die große Herausforderung in der Forschung sind häufig große Datensätze, die es zu bewältigen gilt. Davon kann Julia ein Lied singen, denn sie arbeitet seit letztem Jahr mit ihren Kollegen an der Auswertung des eingesandten Materials vom Ocean Sampling Day (der war am 21.06.16). Und so geht es vielen Wissenschaftlern. Es ist ein langwieriges Geschäft…

Aus der englischen Wikipedia. Ursprüngliche Beschreibung: Lebende Ammonia tepida, eine benthische Foraminifere, gesammelt in der Bucht von San Francisco. Phasenkontrast-Mikrographie von Scott Fay, UC Berkeley, 2005.
Lebende Ammonia tepida, eine benthische Foraminifere (Gruppe der Rhizaria), gesammelt in der Bucht von San Francisco. Phasenkontrast-Mikrographie von Scott Fay, UC Berkeley, 2005. CC BY 2.5 (Link zum Bild)

Die Forscher vom Geomar Helmhotz Zentrum in Kiel und ihre Kollegen vom Observatoire Océanologique de Villefranche sur Mer (Frankreich)  waren auf ihren Forschungsreisen sehr fleißig und haben nun über 50.000 Fotos von Plankton zu sortieren, um die Funktion von insbesondere der Gruppe der Rhizaria im Kohlenstoffkreislauf in der Tiefsee zu verstehen. Im Gegensatz zu uns Menschen, kommen diese spannenden Plankter vor eine ganz besondere Kamera, den Underwater Vision Profiler (UVP5) und sehen einfach immer gut aus. Und das sogar bei Aufnahmen in 6000m Tiefe! 😉 Es lohnt sich also, beim Sortieren zu helfen und damit Teil eines Forschungsprojektes zu werden. Immer 16 Bilder müssen auf dem Bildschirm sortiert werden und es sieht ein bisschen wie ein Memory aus. Ein Algorhitmus im Hintergrund sorgt für eine Qualitätskontrolle, damit die Bilder auch ordentlich sortiert werden und die Ergebnisse den wissenschaftlichen Kriterien genügen.

Ihr könnt, zum Beispiel die sehr sexy Scheinfüßchen der Rhizaria entdecken, oder auch niedliche Ruderfußkrebse zuorden. Beide haben Möglichkeiten der Fortbewegung und Nahrungsaufnahme, von denen wir Menschen nur Träumen können. Allerdings befindet sich unser natürliches Habitat auch nicht in der Tiefsee. Aus der Tauchtiefe aus den Auftriebsgebieten des Meeres stammen nämlich einige der Fotos, die ihr im Spiel sortieren könnt. Beeindruckend, was an den kleinen Viechern alles dran ist und wo sie leben, oder? Durch eure Mithilfe verstehen wir letztendlich auch unser Klima besser, denn viele der Plankton-Arten tragen ihren Teil dazu bei. Wird also Zeit, dass wir den Forschern helfen, die Rhizaria besser zu verstehen.

Dann würde das Plankton auch bei Spongebob besser abschneiden, das dort nicht immer so niedlich dargestellt wird, wie hier… 😉

Viele wunderschöne Videos mit tollen Bildern und Erklärungen zu den unterschiedlichen Plankton-Arten gibt es auf der (leider nur englischen Website) der Plankton Chronicles. Das sieht dann so aus:

Erste Tauchtiefe

 

Text: CC-BY-SA 4.0, Inga Marie Ramcke für Plötzlich Wissen!

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