Das Meer, das wir zum Atmen brauchen

Einzellige Zieralgen im Lichtmikroskop

Einzellige Zieralgen im Lichtmikroskop

Für die meisten Menschen ist klar, dass Bäume und grüne Pflanzen bei der Photosynthese als Nebenprodukt Sauerstoff produzieren, den wir alle zum Atmen brauchen. Aber ca. die Hälfte des Sauerstoffs in unserer Atmosphäre wird nicht von Pflanzen, sondern von mikroskopisch kleinen Algen und photosynthetischen Bakterien im Meer gebildet. Kann man sich irgendwie schlecht vorstellen, denn die sind ja so winzig.

Der Trick ist hier: 1. Der Ozean ist riesig (ca 70% der Erde ist Wasser). 2. Es gibt unglaublich viele von diesen Mikroorganismen: zum Beispiel wird das Vorkommen von Synechococcus sp, ein Cyanobakterium (umgangssprachlich auch als Blaualge bekannt), auf 2,9x 1027 geschätzt. Manche von diesen einzelligen Algen, beispielsweise Emiliania huxleyi, bilden auch manchmal so enorm große Blüten, das man sie sogar vom All aus sehen kann.

Algenblüte vor Irland
Algenblüte vor Irland. Envisat’s Medium Resolution Imaging Spectrometer (MERIS), 23 May 2010 Auflösung von 300 m, European Space Agency.

Das die Meere in der Sauerstoffproduktion so bedeutend sind, weiß man erst seit den 90er Jahren, denn erst ab da war es möglich solche weltweiten Berechnungen zu machen, indem man mit Hilfe von Satelliten den Chlorophyllgehalt auf dem Land als auch im Meer messen konnte. Diese Satellitendaten kombiniert mit Feldmessungen, bei der die Sauerstoffproduktion als auch der Sauerstoffverbrauch (Respiration) gemessen und mit dem Chlorophyllgehalt in Bezug gesetzt wurde, machten es möglich Modelle zu entwickeln und damit zu kalkulieren, wieviel Sauerstoff an Land als auch im Meer produziert wird.

Weltkarte mit farblich dargestellten Chlorophyllgehalt an Land und im Meer September 1997-August1998.
Chlorophyllgehalt an Land und im Meer September 1997-August1998. SeaWiFS Project

Spannend, dass man manchmal etwas Kleines von ganz weit weg betrachten muss, um seine Bedeutung zu verstehen. Solche Satellitendaten, z.B. Chlorophyllgehalt, Wassertemperatur, Salzgehalt, als auch coole Bilder gibt es bei NASA oder NOAA frei zum Download (open science, yeah!), wenn ihr auch mal ein bisschen rumspielen möchtet.

Weil wir gerade bei Satelliten sind, besucht mal https://earth.nullschool.net das ist eine fantastische Simulation mit aktuellen Daten zu Wind, Meeresströmungen, Temperatur CO2 ect. Definitiv einen Click wert!

Welkugel mit farblichen angezeigter wassertemperatur und wellen bewegung
Earth Nullschool mit Wassertemperatur und animierten Wellen.

Erste Tauchtiefe

Zweite Tauchtiefe

Text: CC-BY-SA 4.0, Julia Schnetzer für Plötzlich Wissen!

5 Kommentare

  1. Hallo,
    wenn das Meer für die Sauerstoffproduktion relevant ist, welche Bedeutung haben in diesem Zusammenhang die menschliche Einträge (von Umweltgiften über Kriegs-Altlasten bis hin zum Plastik. ) ?
    Geht uns bald die Luft aus?

    1. Das ist nicht so simpel zu beantwortet. Menschliche Einflüsse auf das Meer haben natürlich Auswirkungen. So wird geschätzt das wir seit den 80er Jahren an die 70% des Planktons
      im Meer verloren haben. Die Gründe dafür sind vielfältig und sicher auch noch nicht alle bekannt. Erwärmung des Wasser speilt dabei ein Rolle aber auch Ozean Versauerung. Menschlicher Einfluss kann aber auch zu Algenwachstum führen wie z.B. durch Überdüngung. Vermehrtes Algenwachstum kann aber auch zu Problemen führen in dem, durch die Massen an abgestorbenen Algen, sich am Meeresboden Sauerstoffminimumzonene bilden in denen Tiere nicht mehr leben können.

  2. urwaldbäume überall kultivieren samen pflanzen und algen kultivieren auf der ganzen welt in grossstädten buenos aires auf dem ganzen planet erde –
    Sauerstoff enthält wasser Regenwald im Regenwald regnet es viel wegen den bäumen die Sauerstoff produzieren Sauerstoff enthält wasser

    1. Nein so schlimm ist es nicht. Die Erde hat einen gewaltige Masse an Sauerstoff. Nach dem Physiker John E. Brandenburg würde es 50.000 Jahre dauern bis die Sauerstoffkonzentration auf ein für uns gefährliches Niveau gesunken ist.

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