Plötzlich Wissen! bei der KinderUni in Salzburg

Wir waren beim 10. Jubiläum der KinderUni Salzburg dabei. Herzlichen Glückwunsch zu diesem gelungenen Format!

Plötzlich Wissen! goes Austria!!! Wir durften beim Jubiläum der KinderUni in Salzburg “Merkwürdige Meerestiere und Experimente” präsentieren. Und es war uns ein Fest. Sooo viele wunderbar neugierige Kinder und sympathische Lehrer auf einem Haufen gibt es selten.

In der Vorlesung ging es insbesondere um das Müllräumkommando im Ozean. Dazu zählen nicht nur meine Lieblingstiere, die riesigen Asseln im Ozean. Auch andere Meeresbewohner hatten ihren Auftritt. Mit dabei waren diesmal die sonderbaren Schleimaale und Osedax.

Vogelperspektive des KinderUni Geländes: oben links läuft gerade unsere Vorlesung über “Merkwürdige Meerestiere und Experimente!”

Erstere sind in der Lage riesige Mengen Schleim zu produzieren, um sich vor Feinden zu schützen. Und sie können durch einen Reifen springen, um den Schleim wieder loszuwerden. Nun ja…genau genommen bilden sie mit ihrem Körper eine Schlinge, durch die sie selbst hindurchgleiten und dabei den Schleim an sich selbst abstreifen. Das ist auch nötig, denn der Schleim hat es in sich. Ähnliche Eigenschaften, wie starke Spinnseide und eine besonders dicke Konsistenz machen ihn zu einem echten Kracher in der Unterwasserabwehr. Natürlich wird daran geforscht, denn der Schleim könnte auch dem Menschen helfen, z.B. als Gel bei der Versorgung von Wunden. Die Schleimaale gehören übrigens nicht zu den Aalen, sondern zu den Rundmäulern. Ihre engen Verwandten sind die Neunaugen, die in Ottfried Preußlers Kinderbuch “Der kleine Wassermann” für Gruseleffekte gesorgt haben.

Unser Müllräumkommando im Ozean, vorgestellt bei der 10. KinderUni in Salzburg. Fotos: Osedax/Robert C. Vrijenhoek, Shannon B. Johnson & Greg W. Rouse, Riesenassel/NOAA, Schleimaal/Lmozero

Mehr über Riesenasseln und ihre Gewohnheiten findet ihr in unserem Artikel  “Merkwürdige Meerestiere: Asseln im Ozean!“. Vor Ort musste unsere Handpuppe, der Dugong als Größenvergleich zu Tiefseeasseln herhalten.

Die Salzburger Kinder wissen jetzt, dass Asseln und Schleimaale alles futtern, was mehr oder weniger tot auf den Ozeanboden fällt. Sie ernähren sich von Aas. In der gleichen Tiefseeumgebung – alle leben auch noch in 2km Tiefe(!) – gedeihen auch Würmer. Die hier vorgestellten heißen Osedax und sind echte Spezialisten. Sie räumen auch auf, sind aber vor allem auf Knochen spezialisiert. Das heißt, wenn Assel und Schleimaal fertig sind mit Fressen, fangen die Würmer erst an. Hier auf dem Blog kann ich auch mal ein Video zeigen, auf dem die Weibchen zu sehen sind. Die Herren der Schöpfung sind nämlich mini, mini klein und wohnen in den Wohnröhren der Weibchen:

 

Die Würmer bilden Wurzeln, die in die Knochen eindringen. So versorgen sie sich mit Nährstoffen in der unwirtlichen Tiefsee. Sie sind erst seit 2004 wissenschaftlich beschrieben – wie ihr wisst, wissen wir noch fast nichts über unsere Ozeane, weil die so unglaublich groß und schwer betauchbar sind – und wurden beim Tauchgang 2002 mit einem Tauchroboter entdeckt.  Die ältesten Osedax Spuren sind übrigens an versteinerten Dinosaurierknochen zu finden.

Experiment 1

lange Spiralfeder (slinky) an einer Schnur, von oben gesehen
Lange Spiralfeder (Slinky) an einer Schnur, von oben betrachtet.

Aber natürlich ging es nicht nur um merkwürdige Meerestiere. Wir haben neben den Geschichten auch immer wieder experimentiert. In der Vorlesung am Nachmittag waren weniger Kinder vor Ort, so dass endlich alle auch alles ausprobieren konnten. Denn es gab was auf die Ohren! Unser “Unter-Wasser-Hören”-Experiment, war ein voller Erfolg. Schließlich wollten alle mal in den Genuß kommen eine ähnliche Hörerfahrung, wie die Meerestiere zu machen.

Experiment 2

asser, Flasche, schwebender Einsiedlerkrebs
Ein schwebender kleiner Einsiedlerkrebs?…Der gehört zu unserem Experiment Nummer 2.

Warum man so einfach Quallen mit Plastiktüten verwechseln kann, konnte man beim “Unter-Wasser-Sehen”-Experiment ganz gut erkennen. Und es war wunderbar und überraschend, die eigenen Finger in die vermeintliche Flüssigkeit zu tauchen. Nebenbei erfährt man  etwas über den Brechungsindex und warum man sich oft mit der Größe von Fischen irrt, wenn man durch eine Taucherbrille blickt.

Experiment 3

Endlich mal mit Farbe Planschen – unser Hollywood Experiment zum Mitmachen. Es ging übrigens um die Dichte des Wassers und nicht um die Farbe… 😉

Zum Schluss haben wir mit bunter Farbe geplanscht. Aber natürlich nur, um mehr über die unterschiedliche Dichte von Salzwasser informiert zu sein. Fast alle wussten, wie das Salz ins Meer gelangt ist. Das liegt bestimmt daran, dass die Salzburger Kinder auch wissen, das dort, wo Salzburg liegt, ganz früher mal ein Urmeer war. Und so auch das Salz nach Salzburg kam. Wo das Salz herkommt, haben wir hier schon mal erklärt. Im Hollywood-Experiment konnten sich alle mit eigenen Augen vom Effekt des Dichteunterschiedes überzeugen. Es ging bunt und lustig zu und glücklicherweise hat uns die Uni und der Verein Spektrum, die beide vor Ort die Organisation gemanagt haben (ein Riesendank dafür, es war super!) einen extra großen Kanister Salzwasser spendiert, der nicht leer geworden ist. Dank einiger ordentlicher Böhen (Hamburger Windverhältnisse) mussten allerdings ein paar Bechergläser dran glauben, die von einem Sonnenschirm abgeräumt wurden.

Ganz besondere Reporter waren nach dem Ende der letzten Vorlesung zu Besuch, nämlich die Kinderreporter von der Plaudertasche. Das ist eine Kinderzeitung vor Ort, die wunderbar interessierte und witzige Redakteure hat. Die Kinderreporter haben sich den Vortrag exklusiv und unter einer Decke angehört (das Sonnenlicht war so hell) und selbst noch mal die Experimente ausprobiert. Und Fotos gemacht (siehe Instagram Foto oben). Wir sind gespannt, was nun berichtet wird. Danke, dass ihr alle da ward! Und vergesst nicht, dass ihr unsere Experimente und das ganze Material fröhlich teilen und weiterverbreiten dürft. Es ist offen für alle (OER).

Erste Tauchtiefe

Zweite Tauchtiefe

Text: CC-BY-SA 4.0, Inga Marie Ramcke für Plötzlich Wissen!

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